Orte und Gruppen vergessener NS-Opfer
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* in den besetzten Gebieten

Denkmal am Ort der Erschießung von den deutschen Invasoren 500 Zivilisten

Am 25. August 1941 wurde Dnipropetrowsk von deutschen Truppen besetzt. In der Stadt befanden sich die nationalsozialistische Besatzungsverwaltung des gleichnamigen Generalbezirks des Reichskommissariats der Ukraine sowie Kreisgebiet Dnipropetrowsk-Stadt und Kreisgebiet Dnipropetrowsk-Land [3].

Der Hof der Fachmittelschule № 9 in Dnipro ist einer der Orte der Erschießungen von Zivilisten. Während der Besetzung gab es eines der Gestapo-Büros, das mit der Verfolgung von Widerstand befasst war [2].

Im Herbst 1941, kurz nachdem die Nazis Dnipropetrowsk besetzt hatten, besetzte das Sonderkommando Gestapo das Bürogebäude des Mühlenkomplexes, das sich in der modernen Fürstin-Olga-Straße befand. Für das Gewaltakt an Zivilisten wurde jedoch der Schulhof gewählt, der durch eine Mauer getrennt ist. Die Bewohner der benachbarter Häuser erinnern sich noch gut daran, wie die Deutschen in dieser Mauer einen Durchgang gemacht hatten, durch den die Menschen geführt wurden, die "beseitigt" sein sollten [5].

1961 wurden auf dem Schulhof menschliche Knochen ausgegraben. Dutzende Namen von Menschen, die an diesem Ort erschossen und begraben wurden, wurden identifiziert. Unter ihnen: Ivan Kotevets (ehemaliger Kämpfer des Trupps von Nikolai Schtschors), Fedir Timtschenko (Grenzwächter, der Held des Kampfes in Chassan), Semen Rondo (Partisan aus dem Magdalinowsker Bezirk), Ivan Tschybirjakov (Veteran der kollektiven Bauernbewegung aus Lyubymivka), Golubnitschys (Mutter und zwei Töchter) und viele andere [5].

1967 stellte sich erneut die Frage, ob sich die sterblichen Überreste der NS-Opfer auf dem Schulgelände befinden. Aus diesem Grund wurden im Sommer 1967 Ausgrabungen und gerichtsmedizinisches Gutachten durchgeführt. Es war herausstellt, dass dort Menschen unterschiedlicher Altersgruppen (meist junge) beerdigt wurden. Unter den Opfern befanden sich Kriegsgefangene, alte Männer, Frauen, Kinder. Die Erschießungen fanden während der gesamten Besatzungszeit statt. Die sterblichen Die Überreste von 167 Menschen wurden in einem Massengrab beigesetzt. Am Grab, das sich links vom Eingang zum Zaporizker-Friedhof ist, befindet sich ein Gedenkschild "Trauernde Frau" und ein Schild mit einer Inschrift: "Die Überreste der sowjetischen Patrioten, die während der vorübergehenden Besetzung der Stadt (September 1941 - Oktober 1943) im Hof der Schule №9 von den Nationalsozialisten erschossen wurden", sind hier begraben. 1967 wiedergegraben" [2].
Nach Abschluss des Studiums wurde eine Kontrolle des Schulgeländes im Innenhof durchgeführt. Gleichzeitig wurde ein großer Graben gefunden, der auch die Überreste dieser Getöteter enthielt. Es befand sich zwischen dem Schulgebäude und der Mauer. Insgesamt 107 Leichen wurden aus der Grube entfernt.
Die Lage der Gräber und Kontrollgräben
So wurden infolge der Arbeiten im Hof der Schule Nr. 9 in der Mostowa Straße 3 die Überreste von 160 Personen (43 Frauen, drei Kinder und 114 Männer), die von der Gestapo erschossen wurden, gefunden.

Nach Angabe von Augenzeugen befanden sich Inschriften an den Kellerwänden, die leider nicht erhalten blieben. (Zum Beispiel: "Leb wohl, Mama, ich sterbe für meine Familie!", "Räche dich für uns!", "Ich sterbe, aber gebe nicht auf! ...") [5].
1964 war an der Wand die Inschrift "Halt ein, neige Kopf, Mensch!"
Quelle: Dnipropetrowsker Regionales Zentrum für den Schutz des historischen und kulturellen Eigentums. Der Pass des Denkmals an den Ort einer Erschießung, Index: 2.4.1449-2.4.21

1965 wurde an der Stelle einer Massenexekution eine Gedenktafel zum Gedenken angebracht. Die Inschrift wurde verlassen [3].
Das Denkmal enthielt bis 1983: eine rote Backsteinmauer (Länge 15 m) mit Text, eine Plattform (2,65 x 12,3 x 0,33 m), auf der eine rechteckige Gusseisenplatte (1,2 m x 2,8 m) mit einer Gedenkschrift: "Während der deutsch-faschistischen Besetzung von Dnipropetrowsk wurden hier fünfhundert Sowjetbürger erschossen" [4].
Quelle: Dnipropetrowsker Regionales Zentrum für den Schutz des historischen und kulturellen Eigentums. Der Pass des Denkmals an den Ort einer Erschießung, Index: 2.4.1449-2.4.21
1982 wurde der Umbau durchgeführt. Die Denktafel ist aus schwarzem Gusseisen. Die schwarze Inschrift auf der Denktafel ist gut lesbar, da sie weiß hervorgehoben ist. Neben der Inschrift befindet sich ein Flachrelief, das einen Mann und eine Frau, die traurig ihren Kopf an seine Schulter neigt, zeigt. Höhe ist 1,8 m. Der Bildhauer ist Nebozhenko Wolodymyr Pavlovytsch, der Architekt ist Polozhyj Wolodymyr Stepanovytsch [4].
Quelle: Dnipropetrowsker Regionales Zentrum für den Schutz des historischen und kulturellen Eigentums. Der Pass des Denkmals an den Ort einer Erschießung, Index: 2.4.1449-2.4.21
Im Oktober 2018 entfernten unbekannte Personen einen Teil der Metallinschrift und ließen ein Wort "Halt ein" [2].
Foto: Maryna Tkatschenko
Mostowa Straße 3,  Dnipro.
Seit dem 8. August 1970 ist das Denkmal in der regionalen "Organisation der Ukrainischen Gesellschaft zum Schutz von Denkmälern der Geschichte und Kultur"(auf Ukrainisch:  «Організації українського товариства охорони пам’яток історії і культури») von Dnipropetrowsk eingetragen. Schüler führen regelmäßig an der Gedenkstätte thematische Veranstaltungen durch.
(nur auf Ukrainisch oder Russisch):

1.    Акт о переносе останков советских граждан, зверски замученных и расстрелянных немецко-фашистскими захватчиками в период временной оккупации г. Днепропетровска в 1941– 43 гг. на территории школы №9, улица Мостовая № 3 // Дніпропетровський обласний центр з охорони історико-культурних цінностей. Паспорт пам’ятного місця: місце розстрілу радянських громадян у період окупації міста Дніпропетровська німецько-фашистськими окупантами  у дворі школи №9, індекс: 2.4.1449-2.4.21. 
2.    Война в Днепропетровске [Електронний ресурс] / КР.UA – Режим доступу:  https://kp.ua/dp/225837-voina-v-dnepropetrovske
3.    Державний архів Дніпропетровської області. – Ф. 2427: Рада Дніпропетровської організації Українського товариства охорони пам’яток історії і культури, м. Дніпропетровськ, оп. 1, спр. 84, арк. 4.
4.    Дніпропетровський обласний центр з охорони історико-культурних цінностей. Паспорт пам’ятного місця: місце розстрілу радянських громадян у період окупації міста Дніпропетровська німецько-фашистськими окупантами  у дворі школи №9, індекс: 2.4.1449-2.4.21.
5.    Страницы каменной книги: 60 памятных мест Днепропетровска / авт. текста М. Шатров. – Днепропетровск: Промінь, 1969. – 239 с.
6.    Что за люди: в Днепре изуродовали мемориал [Електронний ресурс] / VGORODE.UA – Режим доступу:  https://dp.vgorode.ua/news/sobytyia/377144-chto-za-luidy-v-dnepre-yzurodovaly-memoryal

Der Autor: Maryna Tkatschenko
Erinnerungsorte