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* in den besetzten Gebieten

Gedenktafel zur Erinnerung an 90 erschossene Zivilisten

Deutsche Streitkräfte besetzten Rostow am Don zweimal: im Herbst 1941 und im Sommer 1942.  

Der Krieg richtete in der Stadt großen Schaden an: Rostow am Don ist eine von zehn russischen Städten, die den größten Schaden erlitten. Infolge von Stadtkämpfen wurden etwa 12.000 Gebäude zerstört. Die NS-Kräfte ermordeten über 40.000 Einwohner. 

Die Willkür und Brutalität der Besatzer an den ersten Besatzungstagen entwickelten sich zu einer organisierten Vernichtung der ganzen jüdischen Bevölkerung, Kommunisten, sowjetischen Parteiangestellten und Zivilisten. 

An der Ecke der Sowetskaja und Werchnenolnaja im Herbst 1941, während der ersten Besatzung Rostows, wurden 90 Stadtbewohner erschossen – größtenteils alte Leute und Minderjährige. 

Im September 1941 erlitt das Gebäude des Maksim-Gorki-Theaters Schaden durch einige Bombeneinschläge, wodurch es zerstört wurde. Vermutlich wurden aus dem Theatergebäude deutsche Soldaten beschossen und ein Offizier getötet. 

Die NS-Besatzer griffen 86 Anwohner (vor allem ältere Leute, Invaliden, Schüler und vier Frauen) aus der Umgebung auf und schleppten sie zu dem Ort, wo der Offizier gefallen war. Danach wurden zwei Frauen durch zwei zufällige Passanten männlichen Geschlechts ersetzt. Die anderen zwei Frauen mussten bleiben, da sie durch niemanden mehr ersetzt werden konnten. 

Alles wurde mit kaltblütiger Genauigkeit ausgeführt – die Menschen wurden vor der Hinrichtung auf einem Gruppenfoto aufgenommen und danach erschossen, das Foto wurden am nächsten Tag in einer lokalen Zeitung veröffentlicht. 

Einer der Orte, an denen eine Massenhinrichtungen sowjetischer Zivilisten stattgefunden hat, ist die die Kreuzung der heutigen Straßen Sowetskaja und Wechnenolnaja, an der 90 Personen hingerichtet wurden. 

Diese Tafel wurde zur Erinnerung an die hingerichteten Zivilisten angebracht. 

Die Hinrichtung fand neben einem bewohnten Haus an der Kreuzung der Straßen Sowetskaja und Werchnenolnaja statt. Diese befindet sich in der Stadtmitte Rostows. Heute ist dieses Haus bewohnt, an der Hinrichtungsstelle ist eine Gedenktafel angebracht. 

 
 
Der Ort ist unter folgender Adresse zu finden: Rostow am Don, Werchnenolnaja Straße  2/59. Das Gebäude ist bewohnt, die Gedenktafel ist allen Interessenten zugänglich. 
Die Gedenktafel wird von der Rostower Abteilung der Allrussischen Gesellschaft zum Schutz von Denkmälern der Geschichte und Kultur betreut (Rostow am Don, Gazetnyy Pereulok, 92/85). Vorsitzender der Organisation: Alexander Kozhin.
1. Offizielle Seite der Rostower Abteilung des Allrussischen Gesellschaft für Denkmalschutz - http://www.voopiik-don.ru/
2. Seite für Geschichte der Donregion http://www.rostovbereg.ru/
3. Informationsplattform „Rostower Wörterbuch“ bei der Rostower Abteilung des Allrussischen Gesellschaft für Denkmalschutz http://rslovar.com/ 

Erinnerungsorte